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Kategorie: Blog

Textbeiträge von und zu TerreVision – öffentlich

Thilo vom Falbringenhof in Biel – Die Motivation Landwirt zu sein ist für mich die Gemeinschaft

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Am 17. November 2016 waren wir zu Besuch auf dem Falbringenhof. Dabei haben wir während gut einer Stunde mit Thilo gesprochen und durften danach am gemeinsamen Mittagessen teilhaben. Hier folgt nun eine Zusammenfassung unserer Gespräche und Eindrücke.

Der Falbringenhof in Biel ist für TerreVision in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung: Thilo Camprad vom Falbringenhof ist seit falbringen1Beginn bei TerreVision dabei und stellt die wöchentlichen Körbe zusammen. Dabei wird Gemüse von verschiedenen Produzenten aus der Region um Biel verwendet – nicht zuletzt, weil so die Körbe abwechslungsreicher gefüllt werden können -, der grösste Teil jedoch stammt vom Falbringenhof. Umgekehrt ist TerreVision auch wichtig für den Falbringenhof: Gut ein Viertel des auf dem Falbringenhof angebauten Gemüses landet in den Körben von TerreVision. Die Verbindlichkeit und damit Vorausschaubarkeit von TerreVision ist für die Planung des Betriebs wertvoll. Darüber hinaus schätzt Thilo die Vertragslandwirtschaft ideell sehr hoch ein.

Der Falbringenhof wird von Ellen Richter und Thilo Camprad geführt. Sie wohnen mit ihren Kindern, die 13 und 16 Jahre alt sind, auf dem Hof. Der Betrieb hat 7.5 Hektaren und ist damit für einen Landwirtschaftsbetrieb sehr klein. Neben Gemüseanbau und Tierhaltung werden auf dem Hof auch Produkte veredelt: Aus der Milch wird bspw. Quark und Käse gemacht und aus dem Getreide Brot. Die Produkte werden bei TerreVision, auf dem Wochenmarkt, in Bioläden und ein paar weiteren kleinen konventionellen Läden abgesetzt.

Ein wichtiges Standbfalbringen4ein für den Hof ist die Pädagogik. Fast täglich sind Schulklassen von Biel und anderen Gemeinden auf dem Hof. Der Hof bietet auch einen Ferienpass an und arbeitet mit dem Jugend-Psychiatrischen Dienst zusammen. Die Kinder werden in die alltäglichen, saisonalen Arbeiten eingebunden. Für all diese Angebote arbeiten neben Ellen und Thilo, Davide als Angestellter sowie 2-3, jedes Jahr wechselnde Auszubildende, Praktikanten oder Praktikantinnen auf dem Hof. Auch zwei Zivildienstleistende helfen noch.

Die Verbindung von einem kleinen, vielgestaltigen Landwirtschaftsbetrieb mit pädagogischen Aufgaben ist gemäss Thilo eine überzeugende Sache: Landwirtschaft hat etwas Heilendes, etwas, das den Menschen gut tut. Landwirtschaft ist für Thilo auch ein Weg, als Gemeinschaft leben zu können. In dem bio-dynamischen Betrieb sollen ein artgerechter Umgang mit den Tieren und der Natur sowie ein respektvoller Umgang zwischen den Menschen gleichermassen Platz haben. Möglichst viele Menschen sollen am Hof teilhaben können, ohne dass der Hof zu einem Museum wird.

Das Wetter im Herbst wfalbringen3ar für das Gemüse auf dem Falbringenhof optimal. Der erste Frost kam erst spät und Gemüse wie der Wintersalat, Zuckerhut, Fenchel, Chicorée und die Kürbisse konnten lange stehen gelassen werden. Wenn der Frost zu früh kommt, gehen diese Gemüse teilweise kaputt oder müssen länger gelagert werden und halten dann weniger lang. Der Herbst war auch sehr trocken und brachte gute Voraussetzungen für die Bodenbearbeitung.

Als wir am 17. November auf dem Hof zu Besuch waren, war die Feldbestellung gerade abgeschlossen, die Felder waren bereit für die nächste Saison. Der Falbringenhof hat zwei Kühlräume. Aus diesen Lagern werden nun Gemüse wie Kartoffeln, Karotten, Salate und Zwiebeln gerüstet und aus den Äpfeln Süssmost gepresst. Im ungeheizten Folientunnel gibt es noch Sommersalate, der Nüssler wird geschnitten und gepflanzt. Gerade wurde auch ein Beet für Rhabarberpflanzen vorbereitet und die Pflanzen gesetzt. Die Rhabarberpflanzen sind mehrjährig, was eine sorgfältige Vorbereitung des Beets verlangt. Wie einigen Korbabonnentinnen und -abonnenten aufgefallen sein dürfte, war die Kürbisernte dieses Jahr besonders üppig, so üppig, dass trotz hohem Eifalbringen6genverbrauch und regelmässiger Verteilung über TerreVision einige Kürbisse sogar an die Kühe verfüttert wurden.

Mit Thilo gesprochen haben Sarah Weber und Stefan Rüber